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Rüsthaus St. Andrä-Höch
05/2000
Alle Fotos zum Projekt (5)
Für die Situierung des geplanten Rüsthauses wird die Längsachse des Grundstückes aufgenommen. Das neue Gebäude soll als eigenständiges Bauwerk die bestehende Bebauung räumlich zusammenfassen und eine klar definierte "öffentliche Seite" zur Straße hin erhalten. Die geforderten Parkplätze sollen hangseitig situiert werden, um möglichst kurze Wege im Einsatzfalle zu ermöglichen. Bedingt durch die topographische Lage des Grundstückes werden Sekundärräumlichkeiten ins Kellergeschoss verlagert. Ein eventueller Übungsplatz kann an der Talsohle des Grundstückes situiert werden und kann sowohl vom neuen Feuerwehrgebäude über einen Fahrweg oder auch von der Landesstraße erschlossen werden. Grundsätzlich wird versucht, die topographischen Eigenschaften des Grundstückes möglichst wenig zu verändern. Die Dachform wurde bewusst gewählt, um talseitig eine harmonische Einbindung in die bestehende Topographie zu ermöglichen (Weiterführung bzw. Verbinden der Traufenkanten der bestehenden angrenzenden Gebäude). Weitere Begründung für diese Maßnahme ist der Blick von der Bundesstraße, um das Gebäude nicht in Konkurrenz zum Kirchturm erscheinen zu lassen.

Funktionelles Konzept: Entwurfsansatz sind die klaren, sich nicht überschneidenden internen Betriebsabläufe, die dem Funktionsablauf einer Feuerwehr entsprechen. Im Einsatzfalle kommen 90 % der Mitglieder vom Ort bzw. werden 90 % der Einsätze in Richtung Bundesstraße getätigt. Diesem Umstand wird funktionell dahingehend Rechnung getragen, dass der zentrale Umkleidebereich mit anschließender Fahrzeughalle sich diesem Funktionsablauf unterordnet, um keinen Kreuzungspunkt zu erhalten. Die Sekundärräumlichkeiten der Feuerwehr (Schulung) liegen im Untergeschoss. Diese werden durch ein Stiegenhaus erschlossen, das auch einer evtl. öffentlichen Nutzung (Veranstaltung) gerecht wird. Der nicht unterkellerte Bereich des Untergeschosses könnte für ergänzende Räumlichkeiten, z. B. Landjugend oder Musikverein, genutzt werden, wobei eine unabhängige Erschließung möglich ist (siehe Variante 1 UG). Die Situierung des Kommandoraumes ergibt sich aus den Erfordernissen des zentralen Überblicks an der Hauptzu- bzw. Abfahrtsseite.

Konstruktive Grundlagen: Das gesamte Gebäude ist in einer einfachen Ziegel-Massiv-Bauweise mit Ortbetonausfachungen und einer abschließenden Leimbinderdachkonstruktion konzipiert. Diese Dachkonstruktion inkludiert Garagenhalle wie auch Funktionstrakt und ermöglicht in diesem anstatt einer massiven Stahlbetondecke eine abgehängte Deckenkonstruktion. Durch den einfachen und kompakten Baukörper kann in Herstellung und Betrieb ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden.

Fassade: Die Wahl einfacher Materialien (Putz, Glas, Leimbinderkonstruktionen, sowie Toranlagen) unterstreichen den Gedanken eines einfachen konstruktiven Systems. Die aus Gründen des Landschaftsschutzes bedingte Dachhaut aus Tonziegeln wurde an den Giebelseiten durch ein Lichtband bewußt abgehoben, um dem Gebäude eine formale Leichtigkeit und Transparenz zu geben. Die vor die Garagenboxen gestellte Leimholzkonstruktion soll einerseits die Längsachse formal zusammenfassen und andererseits unbedingt notwendige Überdachungsflächen im Vorfahrtbereich der Garagenhalle und des Eingangs ermöglichen. Der freistehende Turm, als wesentlicher Teil des Gebäudes, soll die Identifikation mit diesem fördern und ist entsprechend der Anforderung als Übungsturm in einer kombinierten Stahl- und Glaskonstruktion ausgeformt.

Bauherr:
Stmk. Landesregierung

Projektverlauf:
Wettbewerb 1. Preis